Insolvenz von Air Berlin: Erweiterung der Kapazitäten damit hinfällig!

Mit dem beantragten Insolvenzverfahren von Air Berlin ist den Plänen des Flughafens Düsseldorf auf Erweiterung der Kapazitäten die Grundlage entzogen. Mit dem Ausscheiden der Airline aus dem Markt, entfällt jeder dritte Flug in Düsseldorf, so der Vorsitzendes des Vereins „Kaarster gegen Fluglärm“ Werner Kindsmüller. „Die am Markt bereits tätigen  Fluggesellschaften werden die verfallenden Flugrechte des bisherigen Konkurrenten nicht in vollem Umfang benötigen, weil sie die Gelegenheit nutzen werden, um ihre bestehenden Kapazitäten besser auszulasten“.
Der neue Verkehrsminister sollte die Insolvenz von Air Berlin nutzen und eine Luftverkehrskonzept für NRW erarbeiten, in dem die Tendenz der vergangenen Jahre zur Konzentration in Düsseldorf und Köln/Bonn durch ein polyzentrisches Konzept ersetzt wird, das den Regionalflughäfen eine Entwicklungsmöglichkeit eröffnet, so Kindsmüller.

„Die Stellungnahme des Verkehrsministeriums, dass die betroffenen Bürgerinnen und Bürger die permanenten Störungen der Nachtruhe durch den Flughafen Düsseldorf hinzunehmen haben  (WAZ v. 11. Aug. 2017), zeugt von einer unglaublichen Ignoranz gegenüber den Gesundheitsinteressen von mehreren Hunderttausend Leidtragenden,“ erklärt der Vorsitzende des Vereins „Kaarster gegen Fluglärm“ Werner Kindsmüller.
Es sei zwar zutreffend, dass die von der damaligen schwarz-gelben Landesregierung erteilte Betriebsgenehmigung Landungen bestimmter Fluggesellschaften bis Mitternacht im Ausnahmefall gestatte. Allerdings erwarte man von einer Regierung, die auf das Allgemeinwohl verpflichtet sei, dass sie MaĂźnahmen ergreife, wenn sie feststelle, dass die Ausnahmen zur Regel werden, so KindsmĂĽller.
Die Zunahme der Landungen nach 23 Uhr in den vergangenen Monaten zeige, dass der Flughafen Düsseldorf die Betriebsgenehmigung von 2005 als „Freiflugschein“ missbrauche und sich um die Nachtruhe der Anwohner nicht kümmere. Eine Rechtfertigung dieser untragbaren Zustände durch das Ministerium sei ein Schlag in das Gesicht aller Betroffen.
Das Verkehrsministerium habe als Aufsichtsbehörde die Möglichkeit, gegen die missbräuchliche Inanspruchnahme von Rechten vorzugehen. „Im Zweifel muss Verkehrsminister Wüst die geltende Betriebsgenehmigung widerrufen,“ fordert Werner Kindsmüller.

Der Flughafen Düsseldorf jagt von Rekord zu Rekord: immer mehr Fluggäste, immer mehr Flugbewegungen, immer mehr Verspätungen.
Im Juli landeten ca. 30% aller Flüge mit mehr als 15-minütiger Verspätung. Noch krasser war die Entwicklung bei den Starts. Hier zeigt sich, dass der Flughafen überfordert ist, den zunehmenden Flugbetrieb abzuwickeln. So sind im Juli 2017 mehr als 73% verspätet gestartet. Darunter wieder viele nach 22 Uhr. Allein der Flug nach Dubai (planmäßig 21.30 Uhr) ging an 7 Tagen erst nach 22 Uhr in die Luft.
Die Entwicklung zeigt, dass durch die technischen Begrenzungen der Bahnen – nicht etwa durch eine einengende Betriebsgenehmigung – und durch die Überforderung der Abfertigungskapazitäten der Flughafenbetrieb bereits heute seine Möglichkeiten überschritten hat. Für noch mehr Flugbetrieb ist kein Spielraum. An diesen Engpässen könnte auch eine Betriebsgenehmigung mit 60 Flugbewegungen pro Stunde nichts ändern. Im Gegenteil: die Lage würde dann endgültig aus dem Ruder laufen.

In der rund 100 Seiten umfassenden Studie werden dem Fluglärmgesetz von 2007 erhebliche Fortschritte im Vergleich zum Gesetz von 1971 bescheinigt.
 

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