in den vergangenen Wochen ist in den Medien sehr viel darüber berichtet worden, dass die Zahl der Verspätungen und Ausfälle im Flugbetrieb einiger Fluggesellschaften am Flughafen Düsseldorf drastisch zugenommen haben.
Um Ihnen ein plastisches Bild zu geben, was dies für die betroffenen Anwohner des Flughafens Düsseldorf bedeutet, füge ich eine Zusammenstellung jener Flüge bei, die gestern (Sa., 30. Juni 2018) in der Zeit von 23.00 Uhr bis 24 Uhr in Düsseldorf gelandet sind, bzw. aufgrund einer erwarteten Landung nach Mitternacht nach Köln/Bonn umgeleitet worden sind (siehe Anlage).
Insgesamt fanden in der Zeit von 23.00 Uhr bis 24 Uhr gestern 17 Landungen statt. 4 Flüge wurden umgeleitet, einer annulliert. 
Leider ist diese Zahl keine einsame Spitze. In der Nacht von Freitag 29.Juni auf 30. Juni betrug die Zahl der Landungen in der Stunde vor Mitternacht 13.
Im Übrigen: in dieser Woche gilt die Ausrede, die Ursache für Verspätungen seien Streiks der Fluglotsen in Frankreich nicht. Diese Streiks sind beendet, das nächtliche Chaos in Düsseldorf geht weiter.
Nächtliche Verspätungen 30-6-2018
Die Ankündigung von Ryanair, demnächst vermehrt Flüge ab Düsseldorf anzubieten, verheißt nach Auffassung des Vereins „Kaarster gegen Fluglärm e.V.“ für die Anwohner nichts Gutes. „Wenn Ryanair nach Düsseldorf kommt, wird die Zahl der Verspätungen und der Nachtflüge noch weiter steigen,“ erklärt der Vorsitzende Werner Kindsmüller.
 

Eurowings und Flughafen-Chef Schnalke behaupten, die Gründe für die enormen Verspätungen am Flughafen Düsseldorf lägen an den Auswirkungen des Streiks von Fluglotsen und an Personalengpässen der Flugsicherung. Eurocontrol, die Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt wertet die Gründe für Verspätungen regelmäßig aus. Die im Mai 2018 erschienene Analyse für die europäischen Flughäfen zeigt Eurocontrol dass die Verspätungen in Ursprungsverspätungen und Folgeverspätungen im Flugplan begründet sind. Das bedeutet, dass zu knapp geplant wird und im gesamten System keine Puffer mehr enthalten sind.
Insgesamt zeigt der Bericht auch, dass es mit dem bisherigen Wachstum der Flugbewegungen nicht weitergehen kann.  Wenn Schnalke in einem recht hat, dann, dass das Gedränge am Himmel heute schon zu groß ist. 11 Millionen Flüge beaufsichtigen die Lotsen in Europa jedes Jahr – also rund 30 000 pro Tag. Ein weiteres Wachstum ist zu erwarten. Sollte sich Schnalke mit der Kapazitätserweiterung durchsetzen, wären es noch mehr – die nächtlichen Verspätungen würden weiter zunehmen.

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