Die Pleite von Germania hat auch Auswirkungen auf das Nachtflugprivileg fĂŒr Fluggesellschaften mit „Home-Base-Carrier-Status“ am Flughafen DĂŒsseldorf Siehe PresseerklĂ€rung

Von den Lobbyisten der Luftverkehrswirtschaft wird uns immer wieder entgegengehalten: „Die Flugzeuge werden ja immer leiser!“. Diese Legende widerlegt der soeben von der EuropĂ€ischen Agentur fĂŒr Flugsicherheit (EASA), der EuropĂ€ischen Umweltagentur (EEA) und von EUROCONTROL, der EuropĂ€ischen Organisation zur Sicherung der Luftfahrt herausgegebene EuropĂ€ische Umweltbericht zum Luftverkehr.  In der Kategorie Single-Aisle Jets (zum Beispiel Boeing 737, oder A 230, die ĂŒber 70 % der Flugbewegungen abwickeln)
wurden die Flugzeuge seit dem Jahr 2000 um genau 0 % leiser. In der Kategorie Regional-Jets wurden sie sogar lauter. Lediglich die Langstrecken-Jets (Dual-Aisle) wurden durch die Ausflottung der Boeing 777 (die es in DĂŒsseldorf nicht gab) signifikant leiser.
Der Bericht (in Englisch) findet sich unter: https://ec.europa.eu/transport/sites/transport/files/2019-aviation-environmental-report.pdf

Studie der TU Chemnitz: Flugbewegungen könnten auf ein Drittel reduziert werden

Eine Studie der TU Chemnitz hat die Potenziale zur Optimierung des Flugverkehrs von deutschen FlughĂ€fen untersucht. Es zeigt sich, dass bei gleicher Passagiertransportleistung die Zahl der Flugbewegungen auf 1/3 des gegenwĂ€rtigen Niveaus reduziert werden kann (von 2.040 FlĂŒgen pro Tag auf 738 FlĂŒge pro Tag). Dabei kann die VerbindungsgĂŒte teilweise sogar verbessert werden, weil alle FlĂŒge des Netzes aufeinander abgestimmt sind. 
Die Studie wurde von Prof. Friedrich Thießen durchgefĂŒhrt, der fĂŒr unseren Verein im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens tĂ€tig war. Der vollstĂ€ndige Text der Studie:
 https://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/bwl4/pub/Nollau_Thiessen_DE.pdf

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Sehr geehrte Damen und Herren,

Am xx.xx. um xx:xx Uhr startete / landete innerhalb der NachtflugbeschrĂ€nkungen am Flughafen DĂŒsseldorf ein Flugzeug.

Ich lege hiermit entschieden Protest gegen die Übertretung der NachtflugbeschrĂ€nkung ein, da Sie damit eine massive Störung der gesetzlich geschĂŒtzten Nachtruhe zehntausender Anwohner zugelassen haben. Bitte machen Sie sich klar, dass mit jedem Nachtflug eine Vielzahl von Menschen aus dem Schlaf gerissen wird und damit langfristige gesundheitliche SchĂ€den erleidet. Die Studien sprechen hier ein eindeutige Sprache: Die Folgen sind gravierend.

Ich möchte Sie daher dringend bitten,

  • mir mitzuteilen, ob fĂŒr diesen Flug eine Ausnahmegenehmigung der Luftaufsicht erteilt wurde,
  • und wenn ja, mich dabei ĂŒber die konkreten GrĂŒnde der Erlaubniserteilung (d.h. Entstehung der VerspĂ€tung, nicht die Paragraphen-Nr.) zu unterrichten,
  • mich aufzuklĂ€ren, zu welchen Konsequenzen die Nicht-Erteilung der Start-/Lande-Erlaubnis gefĂŒhrt hĂ€tte und
  • warum diese höher als das berechtigte Interesse Zehntausender Anwohner auf Schlaf und Erholung gewertet wurde.
  • falls keine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde und/oder nicht notwendig war, teilen Sie mir bitte mit, warum der Start erst nach Ende der fĂŒr Starts zugelassenen Uhrzeit stattfand.

Bei zukĂŒnftigen Entscheidungen bitte ich Sie sehr deutlich, strengste MaßstĂ€be an eine Genehmigung anzulegen, um den Verursachern klar zu machen, dass es sich hier nicht um eine Kleinigkeit, sondern einen ernsthaften Eingriff in die Nachtruhe und in die Gesundheit der Bevölkerung handelt.

Bitte nehmen Sie meine Beschwerde in die offizielle Statistik auf.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

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In der Nacht des 22. Januar 2019 sind am Flughafen DĂŒsseldorf insgesamt 20 FlĂŒge nach 22 Uhr gestartet worden. (Siehe Übersicht in der Anlage) Nach den geltenden Bestimmungen dĂŒrfen Starts nach 22 Uhr nicht mehr durchgefĂŒhrt wer-den, in begrĂŒndeten SonderfĂ€llen kann die Bezirksregierung DĂŒsseldorf eine Ausnahmegenehmigung erteilen. Nach Auskunft der Bezirksregierung wurde aber nur fĂŒr drei FlĂŒge in dieser Nacht eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Vor diesem Hintergrund erklĂ€rt der Vorsitzende des Vereins „Kaarster gegen FluglĂ€rm e.V.“ Werner KindsmĂŒller:
„In 20 FĂ€llen sind Starts außerhalb der Betriebszeit des Flughafens durchgefĂŒhrt worden, 17 davon ohne Genehmigung. In der Stunde zwischen 23 Uhr und Mitternacht sind acht Maschinen gestartet, die letzte um 23.40 Uhr. Damit haben der Flughafen und die Airlines gegen geltendes Recht verstoßen, da diese Starts nicht genehmigt waren. Ich erwarte von der Bezirksregierung, dass sie gegen die Fluggesellschaften spĂŒrbare Bußgelder verhĂ€ngt.“ Zudem stelle sich die Frage nach der ZuverlĂ€ssigkeit der GeschĂ€ftsfĂŒhrung des Flughafens, wenn diese das rechts-widrige Verhalten der Fluggesellschaften unterstĂŒtze.
Der leichte Schneefall im Laufe des Abends des 22. Januar könne als Ausrede nicht akzeptiert werden, so KindsmĂŒller. Schließlich sei dies mehrere Tage vorher bereits angekĂŒndigt worden und der Flughafen mĂŒsse ab 1. Oktober auf Enteisung vorbereitet sein. Ein Flughafen der GrĂ¶ĂŸe von DĂŒsseldorf mĂŒsse mit solchen Situationen umgehen können. FlĂŒge ohne Genehmigung, die zudem zu VerstĂ¶ĂŸen gegen die Nachtruhe der Anwohner fĂŒhrten, seien nicht akzeptabel. Deshalb mĂŒsse die Aufsichtsbehörde konsequent gegen die Missachtung der geltenden Bestimmungen vorgehen, so KindsmĂŒller.

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