Das Deutsche Zentrum fĂŒr Luft- und Raumfahrt hat den Low-Cost-Monitor fĂŒr den Sommer vorgelegt. Demnach gibt es rund hundert neue BilligflĂŒge von und nach Deutschland und die Preise sinken. Großes Wachstum gibt es vor allem am Flughafen DĂŒsseldorf. Dieser legt um 16 Prozent zu,  unter anderem durch einen Ausbau des Angebots bei Eurowings und Flybe sowie den Markteintritt von Norwegian. Dadurch hat sich die Zahl der wöchentlichen AbflĂŒge im Low-Cost-Sektor von 640 auf 740 Starts pro Woche erhöht.
Entgegen der Behauptung des Flughafens, dass die Ausweitung der KapazitĂ€ten fĂŒr den GeschĂ€ftsreise verkehr wichtig sei, wird damit erneut deutlich, dass es nur darum geht, im Low-Cost-Sektor zu wachsen. Problematisch ist dies auch deshalb, weil die entsprechenden Fluggesellschaften, aufgrund ihrer engen Flugplanungen besonders hĂ€ufig verspĂ€tet starten und landen und damit unsere Nachtruhe stören.

Liebe FluglÀrmgegner,
der neueste Newsletter mit aktuellen Informationen rund um das Thema FluglÀrm.
 
Zugleich wollen wir Sie auf die nÀchste Veranstaltung unseres Vereins am Dienstag, den 21. November 2017 in der VHS Kaarst 19.00 Uhr hinweisen.
Der Chefarzt der Klinik fĂŒr Neurologie in Mönchengladbach, Prof. Dr. med. Carl-Albrecht Haensch wird dann ĂŒber den Zusammenhang zwischen FluglĂ€rm und Schlafstörungen und deren gesundheitliche Auswirkungen referieren.
Gutes hatte der Chef des DĂŒsseldorfer Flughafens in den vergangenen Monaten nicht zu berichten. Hilflos sah das Management zu, wie die Menschen stundenlange auf ihre FlĂŒge warten mussten, weil die Kontrollen zu lange dauerten. FluggĂ€ste bekamen ihr GepĂ€ck nicht und die FlugverspĂ€tungen nahmen zu. Selbst die bisher wohlwollend berichtende Presse sprach nun von „Chaosflughafen“ und sah ein ĂŒberfordertes Management am Werk.
So ist es verstĂ€ndlich, dass Herrn Schnalke jede Nachricht recht ist, Positives zu vermelden, auch wenn die Fakten bei genauerer Betrachtung geschönt sind. Von einer „spĂŒrbaren“ Reduzierung der NachtflĂŒge sprach der Chef des Flughafens diese Tage. SpĂŒrbar war fĂŒr uns Anwohner nur, dass erneut die Stunde zwischen 22 und 23 Uhr die Stunde mit den meisten Landungen war. Diese Stunde lĂ€sst Herr Schnalke in seiner Berechnung aber unter den Tisch fallen, genauso, wie die Zeit vor 6 Uhr. TatsĂ€chlich sind in den ersten acht Monaten zwischen 23 Uhr und 6 Uhr 1.366 Maschinen in DĂŒsseldorf gelandet. Alleine im Juli 375. SpĂŒrbar ist nur, dass Herr Schnalke jede Gelegenheit ergreift, um davon abzulenken, dass der Flughafen immer rĂŒcksichtsloser mit der Nachtruhe umgeht.

Kein Tag vergeht, an dem sich nicht Passagiere, die von DĂŒsseldorf fliegen, ĂŒber das Chaos beschweren. RegelmĂ€ĂŸig lange Schlangen bei den Sicherheitskontrollen, Probleme mit dem GepĂ€ck und permanente VerspĂ€tungen, insbesondere bei Start nerven FluggĂ€ste. Seit Monaten bekommen die Verantwortlichen des Flughafens den Betrieb nicht in Griff.
Offenkundig ist der Flughafen mit dem hohen Verkehrsaufkommen ĂŒberfordert. TatsĂ€chlich ist die Anlage des Flughafens auch nicht dafĂŒr ausgelegt, so viele  Flugbewegungen und Passagiere abzuwickeln, wie dies in diesem Jahr erfolgt. Der Flughafen hat seine technischen KapazitĂ€tsgrenzen ĂŒberschritten. Weiteres Wachstum fĂŒhrt zu weitem Chaos.
Entgegen der Behauptung der GeschĂ€ftsfĂŒhrung hat diese Entwicklung nichts mit der beantragten erweiterten Betriebsgenehmigung zu tun, denn durch das Recht noch mehr Slots pro Stunde zu planen, erweitern sich ja weder die Abfertigungsstellen, noch die Positionen auf dem Vorfeld und die BahnkapazitĂ€t. Die einzige Möglichkeit, um wieder einen regulĂ€ren Flugbetrieb zu erreichen besteht darin, sich zu beschrĂ€nken und die Zahl der vergebenen Slots zu reduzieren. Die Insolvenz von Air Berlin, die ca. jeden dritten Slot in DĂŒsseldorf  besitzt, bietet dazu die Gelegenheit. Durch die Pleite wird ein Konzentrationsprozess angestoßen, der insgesamt zu weniger Flugbewegungen fĂŒhren kann. Das Flughafenmanagement sollte dies als Chance nutzen statt weiterhin auf Wachstum zu setzen, das man nicht beherrscht.

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