Infostand aus Anlass des „Tages gegen Lärm“ am Sa., den 25. April auf dem Kaarster Wochenmarkt (9.30-12.00 Uhr)
Anlässlich des 29. International Noise Awareness Day („Tag gegen Lärm“) warnt die Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF) vor einer zunehmenden Diskrepanz zwischen technologischen Zukunftsversprechen und der realen Belastungssituation für die Bevölkerung.
Jeder Vierte in Deutschland klagt über Lärm. Wie Untersuchungen zeigen, ist der Fluglärm besonders gesundheitsschädlich. Das geltende Schutzniveau reicht nicht aus, um die Menschen vor folgenschweren Gesundheitsschäden, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Schlafstörungen und Depressionen zu schützen.
Unter dem diesjährigen Motto „Der Sound von morgen“ rückt die Diskussion stark in Richtung Innovation, Digitalisierung und intelligente Systeme. Aus Sicht der BVF greift dieser Ansatz zu kurz. Entscheidend ist nicht, wie Lärm künftig gemessen oder verwaltet wird, sondern ob er wirksam reduziert wird.
Gerade im Luftverkehr zeigt sich, dass technischer Fortschritt nicht automatisch zu weniger Belastung führt. Effizienzsteigerungen, dichtere Flugpläne und wirtschaftlicher Druck führen dazu, dass Lärmverlagerung und -verdichtung die erhofften Entlastungen vielfach kompensieren oder sogar überlagern.
Kommentar von Werner Kindsmüller, Präsident der Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF), anlässlich des Tags gegen Lärm 2026:
„Für Millionen Betroffene durch Lärm ist der ‚Sound von morgen‘ bereits heute Realität. Er bedeutet Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhebliche Einschränkungen der Lebensqualität. Dagegen hilft nur eine wirksame Begrenzung des Luftverkehrs. Solange Kapazitätserweiterungen und Wachstum des Luftverkehrs politisch priorisiert werden und eine Reduzierung des Verkehrs reflexhaft mit wirtschaftlichem Rückschritt gleichgesetzt wird, bleibt der Schutz der Menschen nachrangig.“
Die BVF fordert den Gesetzgeber auf, dem Gesundheitsschutz Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen einzuräumen. Vor diesem Hintergrund fordert die Vereinigung, die die Kommunen, Vereine und Initiativen im Umfeld von Flughäfen vertritt aus Anlass des diesjährigen Tag gegen Lärm 2026:
- Verbindliche Nachtflugregelungen mit klaren Schutzstandards von 22 bis 6 Uhr
- Konsequente Ausrichtung der Lärmbewertung an gesundheitlichen Grenzwerten, insbesondere den Empfehlungen der WHO
- Stärkere Gewichtung von Lärmschutz in Genehmigungs- und Planungsverfahren
- Lärmvermeidung durch Reduzierung von Flügen.