Zweimal ist es uns in den vergangenen zehn Jahren bereits gelungen, die Pläne des Flughafens zur Erweiterung seiner Start- und Landerechte aufzuhalten. Im Herbst wird sich entscheiden, ob der Antrag, die Zahl der Flugbewegungen von heute maximal 47 auf 60 pro Stunde zu erhöhen, endgültig verhindert werden kann, oder ob der Verkehrsminister ihn genehmigt. Denn, nach 2016 und 2022 wird es in diesem Sommer eine erneute Bürgerbeteiligung im Rahmen des laufenden Planfeststellungsverfahren über den inzwischen überarbeiteten Antrag des Flughafens geben, bevor der Minister dann seine Entscheidung treffen wird.
In der Jahreshauptversammlung des Vereins „Kaarster gegen Fluglärm“ informierte ihr Vorsitzender Werner Kindsmüller, dass die überarbeiteten Gutachten des Flughafens über die Erweiterungspläne nach Auskunft der Bezirksregierung Düsseldorf Anfang September öffentlich ausgelegt und von den Bürgerinnen und Bürgern eingesehen werden können.
Gegen die Erweiterung erhob sich in der Vergangenheit nicht nur Widerstand der Initiative in Kaarst, sondern auch der Städte im Umfeld des Flughafens und deren Anwohner. So haben vor zehn Jahren 6.200 Kaarsterinnen und Kaarster Einwendungen gegen die Flughafenpläne eingereicht, die vom Verein „Kaarster gegen Fluglärm“ innerhalb von sechs Wochen gesammelt worden sind. Auch der Stadtrat in Kaarst hat sich gegen eine Erweiterung ausgesprochen.
Die Hauptsorge ist heute wie damals, dass durch einen Abstieg der Flugbewegungen der Lärm am Himmel zunehmen wird „Daran hat sich bis heute nichts geändert. Sollten die Erweiterungspläne des Flughafens genehmigt werden, so Kindsmüller, dürfe der Flughafen bis zu einem Drittel Starts und Landungen mehr planen. Dies würde vor allem in den Abend- und Nachtstunden zu einer Zunahme der Lärmbelästigung führen. „Diese Pläne sind nicht hinnehmbar. Die Gesundheit der Menschen muss Vorrang vor den Wachstumsplänen des Flughafens haben. Das Angebot des Flughafens reicht heute völlig aus; es braucht nicht noch mehr,“ heißt es in einer Erklärung der Mitgliederversammlung des Vereins.
„Wir bereiten uns jetzt vor, die Bevölkerung über die Pläne des Flughafens und deren Auswirkungen zu informieren,“ so Kindsmüller. Ab dem 2. September wird der Verein dann erneut Unterschriften für Einwendungen sammeln. „Wir brauchen erneut ein starkes Signal der Bürgerinnen und Bürger von Kaarst, die Sagen – Jetzt reicht es! Wir wollen nicht noch mehr Lärm am Himmel!“